English is fun!" finden die Drittklässler, selbst noch im dritten Lernjahr. Längst sind sie über numbers und colours und What´s your name? hinaus. Gut, dass sie nicht nur unterrichtliche bits and pieces angeboten bekommen, sondern dass ihr Unterricht, seit Klasse 1 in den Unterricht integriert und an dessen Inhalten orientiert, sorgfältig geplant, vorbereitet und durchgeführt wird.
Dem Erstsprachenerwerb nachempfunden wird die Zielsprache dabei von Anfang an als Mittel der Kommunikation, aber auch zur Vermittlung von Inhalten verwendet. Bei ersterem handelt es sich vor allem um den sog. classroom discourse, also um alles, was gesprochen werden muss, damit der Unterricht überhaupt ablaufen kann. Hier sind es die Anweisungen, Aufforderungen, Bitten und Kommentare der Lehrerin, die nicht nur verstanden und befolgt, sondern irgendwann auch selber geäußert werden.
Die Inhalte des fremdsprachlichen Unterrichts folgen bald dem Angebot des verwendeten Lehrmaterials. So ist die berühmte Ikuru nicht nur das Englischmaskottchen, sondern auch die Vertreterin eines Lehrwerks, das in vielen Unterrichtseinheiten Verwendung findet und dafür sorgt, dass auch bei allem "Sprachbad" die Auswahl von Redemitteln nicht zufällig geschieht, sondern überlegt und gezielt, und damit der hochfrequente Wortschatz durch ständige Wie-derholung nicht nur ans und ins Ohr der Kinder gelangt, sondern irgendwann von ihnen auch sicher verstanden und (re)produziert wird. Das Lehrwerk schafft Kontinuität - es nimmt Lehrer und Schüler an die Hand und sorgt durch seine Angebote und Materialien dafür, dass für diesen besonderen Unterricht zu jeder Zeit ein Grundgerüst vorhanden ist.
Richtig spannend aber wird es, wenn Inhalte des "normalen" Unterrichts plötzlich statt auf Deutsch in der Fremdsprache unterrichtet werden, zu ihrer Vermittlung, Übung und Festigung.
So macht es in Klasse 1 vielmehr Spaß im Zahlenraum bis 20 statt auf Deutsch (das ist ja langweilig!), auf Englisch zu rechnen, im Sport lässt es sich prima nach englischen Anwei-sungen laufen, hüpfen, klettern und spielen und Musik- und Zeichenunterricht sind für die fremde Sprache geradezu prädestiniert .
Englische Lieder sind der große Renner, nach englischen Anweisungen gemalte Bilder bedürfen keiner weiteren Verständniskontrolle, hier zeigt sich auf den ersten Blick, ob und was verstanden wurde.
Und auch das Sachfach macht mit beim Wettbewerb um die englische Sprache.
Schon die Erst- und Zweitklässler lernen Frühlingsblumen und was die Raupe alles frisst, bevor sie endlich ein Schmetterling wird. Unsere Drittklässler aber sind schon Sprachprofis, das Sachfach bietet viele interessante Themen mit Versuchen und Experimenten und damit Inhalte, bei denen Sprache - gleich ob Deutsch oder Englisch - gut zu veranschaulichen ist. .
Wenn dazu noch eine Lehrkraft kommt, die nicht nur ein Diplom (MA) in Englisch mitbringt, sondern durch ihr Studium auch alle benötigten Fachbegriffe kennt, ist das ein Glücksfall für Schule und Schüler.
Wir freuen uns deshalb, dass, neben allen sonstigen Bestrebungen, Englisch möglichst an In-halte des Unterrichts anzubinden, im kommenden Jahr in einer unserer Klassen 4 das Sachfach gleichermaßen in Deutsch und Englisch unterrichtet wird. Angeknüpft wird auch hier an bekannte Redemittel, die ausgebaut und erweitert werden. Daneben aber wird auch ein Wort-schatz vermittelt, der über die übliche Alltagssprache hinausreicht und damit schon frühzeitig auf etwas vorbereitet, das langfristig einmal Ziel des (frühen) Fremdsprachenunterrichts ist: die selbständige Verwendung der Fremdsprache als Kommunikationsmittel und Arbeitssprache.
Und wer weiß, ob er nicht eines Tages wissen muss, dass "Schnabel" auf Englisch beak heißt.
