Salz und Zucker in Wasser auflösen und über dem Bunsenbrenner wieder sichtbar machen, im Riechlabor ein Parfüm aus Lavendel herstellen oder im Farblabor die vielen Farben von Schwarz sichtbar machen: Im Fehling-Lab der Universität Stuttgart erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4c der Oskar-Schwenk-Schule an einem Vormittag im November erste Grundlagen angewandter Chemie. Professionell ausgerüstet mit Laborkitteln und Schutzbrillen durften die Schützlinge von Frau Seibold mit Unterstützung von Assistentinnen die Faszination der Naturwissenschaft erleben.
"Guck mal, wie das brodelt!", ruft ein Schüler, als er Salzwasser über einer Flamme verkochen lässt. "So viel Parfüm, das schenke ich meiner Mama!", freut sich ein weiterer Nachwuchs-Alchemist über sein gut gefülltes Fläschchen mit Lavendelduft. Die Begeisterung ist groß während der spannenden Experimente im Uni-Labor.
Studienrätin Karin Leuthner, die sich vor Ort um die Organisation und Durchführung der Laborbesuche kümmert, erklärt: "Es geht darum, das Interesse der Grundschulkinder für die Naturwissenschaften zu wecken, naturwissenschaftliche Phänomene aufzudecken und vielleicht das Bedürfnis nach wissenschaftlichen Berufen hervorzurufen." Im Grundschulalter gehen Kinder noch unvoreingenommen und mit viel Spaß an die Naturwissenschaften heran. Das will sich die Wissenschaft zu Nutze machen und den Nachwuchs früh an sich binden.
Das Konzept der Universität scheint aufzugehen, der Andrang der Schulen ist riesig. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Wartezeit für einen Besuch im Fehling-Lab derzeit bei rund sieben Jahren (!) liegt. Die Kinder der Klasse 4c, die in Begleitung ihrer Mathelehrerin Frau Nepraschek und zwei Mamas nach Vaihingen reisen durften, waren jedenfalls begeistert: Sie nahmen nach drei Stunden einen selbst hergestellten Reagenzglas-Ständer und weitere Utensilien mit nach Hause - und viele interessante Anregungen und Anleitungen dazu.
Die Schülerinnen und Schüler bedanken sich deshalb noch einmal herzlich bei Frau Seibold, dass es gerade bei ihnen geklappt hat. Denn die Klassenlehrerin hatte sich einst um einen Platz im Fehling-Lab beworben und konnte nun selbst unglücklicherweise wegen eines Knöchelbruchs nicht dabei sein.
Helga Hoesch
