"Da gibt es ja kleine und große Länder", stellt Tim fest und ist sehr stolz, dass er auch gleich weiß, welches Land denn größer ist als Deutschland. Das lässt sich mit dem Europapuzzle ja auch bestens feststellen. In der Nachbarklasse wird eifrig ge-malt, Fahnen in allen Variationen. Da muss man sich ganz schön anstrengen.
Sie finden es "super klasse", die Schülerinnen und Schüler im Grundschulbau , dass sie einen ganzen Vormittag lang Flaggen ausmalen, Länder ausschneiden, Puzzles legen, Hauptstädte suchen, Sehenswürdigkeiten erkunden, Autokennzeichen erraten und "Guten Morgen" in zehn verschiedenen Sprachen sagen, dass sie Europa mit dem Felixhasen durchreisen oder mit Würfel erobern dürfen. Auch Lesen ist beson-ders toll, wenn es dabei um Sagen und Märchen geht, um Elfen, Trolle, Riesen und Erdgeister, ebenso das Singen, denn mit "Kleine Europäer", "Europa Kinderland" oder der "Europahymne" hat Europa ja auch musikalisch etwas zu bieten - und das für alle Altersstufen!
Dass dabei auch die "Großen" mitmachen, ist ja wohl klar.
Da bedurfte es nicht erst des Aufrufs des Kultusministers, anlässlich der deutschen Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft zu deren Auftakt einen Europatag zu veran-stalten, am Montag, dem 22.Januar. Auch das Ziel dieses Tages, "bei den Schüle-rinnen und Schülern Interesse und Verständnis für die Europäische Union zu we-cken", war eigentlich schon lange vorher erreicht. Bereits Tage vor dem großen Tag hing "Europa" vor dem Rektorat, im Großformat, mit allem, was dazu gehört, ein-schließlich der wichtigsten topografischen und sonstigen Informationen und vieler interessanter Details, wie z.B. der Entfernung zwischen Berlin und sämtlichen euro-päischen Hauptstädten. Die hatten die Schülerinnen und Schüler der Klassen
H9 zusammen getragen und sie der Landkarte, "made by H8", hinzugefügt.
Auch sonst "europate" es an allen Ecken und Enden. Zwar war keiner der Damen und Herren Landtagsabgeordneten in Waldenbuch erschienen, um, wie vom Land-tagspräsidenten Peter Straub gebeten und von der Schulverwaltung angekündigt, "die (europäische) Sache zu unterstützen und mit den "Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen", das aber tat deren Begeisterung keinen Abbruch. "Wenn jemand kommen will, soll er/sie kommen", war ihr Tenor und der ihrer Lehrer, "unse-ren Unterricht kann jeder sehen!"
Damit hatten sie völlig Recht, denn was so alles auf die Beine gestellt wurde, konnte sich wirklich sehen lassen.
Und so wird er noch lange nachwirken, der 22. Januar 2007, der Tag, der nicht nur das Verständnis für die Europäische Gemeinschaft stärkte, sondern vor allem das für die eigene, die Klassen-, die Stufen-, die Schulgemeinschaft.
Da zogen die Viertklässler durch fünf verschiedene Klassenzimmer, um alle Statio-nen ihres Europazirkels zu durchlaufen , die "Dreier" durch alle dritten Klassen und selbst die Zweitklässler blieben nicht auf ihren Stühlchen sitzen, sondern wechselten Zimmer und Lehrkraft. Da besuchten sich andere Klassen und befragten sich, tauschten Informationen und gefundenes Wissen aus und stellten sich gegenseitig ihre Projektergebnisse vor. Da lernten klassenübergreifende Gruppen miteinander und voneinander und gestalteten gemeinsam Projektpräsentationen.
Die erweiterte europäische Union - je größer sie wird, desto mehr "Europatauglich-keit" wird sie von jedem Einzelnen von uns verlangen; Verständnis, Einsicht, Rück-sicht und Geduld gehören sicher ebenso dazu wie Teamfähigkeit, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen.
All das haben sie an diesem Tag gezeigt - die Schülerinnen und Schüler der Oskar-Schwenk-Schule, die Europäer von morgen!
I.-Barbara Hoffmann
