Exkursion nach Dachau 2011

Bedrückende Informationen und Eindrücke

Am Mittwoch, den 12. Januar 2011 unternahmen die 10ten Klassen der Oskar-Schwenk-Schule eine Exkursion zu dem früheren Konzentrationslager in Dachau. Wir starteten um 6:45 Uhr am Hallenbadparkplatz. Auch unsere beiden Geschichtslehrer, Frau König und Herr Janisch, waren als Begleiter mit dabei.

Nach einer zweieinhalbstündigen Fahrt sahen wir das Ortsschild von Dachau. Man spürte die Aufregung der Schüler, die sich im Bus wohl fragten, was sie denn in der Gedenkstätte erwarten würde. Am Eingangstor mussten wir durch dieselbe Metalltüre gehen, durch die auch schon die Häftlinge während des Nazi-Regimes das KZ betreten hatten. Auf der Türe stand der Spruch "Arbeit macht frei", mit dem die Nazis den Häftlingen weismachen wollten, dass sie bei guter Arbeitsverrichtung das Lager auch wieder verlassen könnten. Das durften jedoch nur wenige, wie wir später erfuhren.  
Wir hatten noch eine gute Stunde Zeit, bis unsere Führung stattfinden sollte. So gingen wir in kleinen Gruppen durch die Dokumentation. Im Museum ist die Geschichte des KZ und von dessen Häftlingen niedergeschrieben. Zudem sind noch einige Original-Folterinstrumente ausgestellt. Am Ende des Rundgangs schauten wir einen Film über die Geschichte des KLD (Abkürzung der SS für "Konzentrationslager Dachau") an.    
Wieder aus dem Museum gekommen, stand der Dachauer Lehrer, der uns durch das Gelände führen sollte, bereit. Wir folgten ihm in eine wieder aufgebaute Häftlingsbaracke. Unsere Klasse (10a) und eine kleinere Gruppe aus einem Mädcheninternat saßen auf Bänken in einem Gemeinschaftsraum der Baracke.
Herr Rauhe, der Lehrer, teilte uns mit, dass in diesen Baracken die früheren Häftlinge nach striktem Gehorsam leben mussten. Bei Nichteinhaltung von völlig willkürlichen  Regeln oder auch einfach zur Freude der SS-Wachleute wurden die Häftlinge, die anfangs vor allem aus politischen Gründen im KZ Dachau eingepfercht wurden, bestraft.
Kurz vor Kriegsende mussten bis zu 1000 Häftlinge in einer Baracke, gebaut für 200, leben. Die Bedingungen waren unvorstellbar schlecht.  
Nach diesen erschreckenden Informationen liefen wir hinaus auf den riesigen  Appellplatz, auf dem die Häftlinge teilweise stundenlang bei Eiseskälte stehen mussten. Von dort aus sahen wir auch das vor dem Museum stehende Denkmal für die ermordeten Häftlinge von Dachau.    
Vom Appellplatz ging es dann weiter an den wieder hergestellten Grundumrissen der zerstörten Baracken vorbei in Richtung Krematorium. Auf dem langen Weg dorthin, sah man auf der linken Seite die Wachtürme, von denen aus die Häftlinge, die fliehen wollten, eiskalt erschossen wurden. Dahinter befand sich ein mit Strom durchflossener Maschendraht, durch den sich viele Häftlinge aus Verzweiflung selbst umbrachten. Hinter dem Zaun liefen dann noch Patrouillen mit Schäferhunden, die eine Flucht schließlich unmöglich machten.   Nachdem wir über eine Brücke gegangen waren, erreichten wir endlich das Krematorium. Zunächst einmal zeigte uns unser Begleiter ein kleines Backsteinhaus mit zwei Verbrennungsöfen, indem zunächst die "anfälligen" Toten des KZ verbrannt wurden, also diejenigen, die die unmenschlichen Arbeitseinsätze nicht überlebten oder wegen Nichtbehandlung bei Krankheit starben. Als die beiden Öfen dann aber nicht mehr ausreichten, mussten vier weitere im Gebäude nebenan gebaut werden. Dort befindet sich eine funktionstüchtige Gaskammer, die aber niemals in Betrieb genommen wurde. Warum den Häftlingen dieser grausame Tod in Dachau erspart blieb, weiß man bis heute nicht.    
Unser letzter Halt war dann der so genannte "Bunker",  in dem Pfarrer, politische Gegner und Attentäter inhaftiert waren und gefoltert worden. Der Bunker bestand aus einem langen Gang und links und rechts waren die kleinen, nicht einmal 5 m² großen Zellen aufgereiht.    
Nach vier eindrucksvollen Stunden auf dem Gelände der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau gingen wir erschöpft zum Bus zurück.  
Die Exkursion war sicherlich für unsere beiden Klassen eine Erfahrung, die wir so schnell nicht vergessen werden. Es ist doch etwas ganz anderes, ob man im Geschichtsunterricht theoretisch arbeitet oder ob man sich direkt am Ort des Geschehens befindet.    
Wir sammelten sehr viele bedrückende Informationen und Eindrücke, die uns sicherlich helfen werden, die Geschichte, das Leid und die Grausamkeit in einem solchen Konzentrationslager zu verstehen.    
Roman Epple (R10a)