Unsere Realschule ohne Frau Seeger können wir uns noch gar nicht vorstellen,
gehörte sie doch zur ersten Lehrergeneration, die an ihr unterrichtet hatte. In all den vielen Jahren vermittelte sie ihren Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen, sondern begleitete und prägte sie mit ihrer feinen, einfühlsamen und herzlichen Art im Unterrichtsalltag und darüber hinaus. Das Wohlbefinden der ihr anvertrauten Kinder war ihr stets sehr wichtig und sie tat alles, um jedes von ihnen individuell zu fördern.
Als noch niemand in der Bildungslandschaft von Kompetenzerwerb sprach, handelte Frau Seeger bereits unter dieser Zielrichtung. Ihre Kreativität floss in unzählige öffentliche Auftritte ihrer Schülerinnen und Schüler ein. Sie selbst hielt sich ganz im Hintergrund. Erst wenn jedes Kind seinen Part mit den anderen abgestimmt, das Ganze im Blick habend vortragen, singen, spielen, tanzen konnte, war Frau Seeger zufrieden. So erwarben ihre Schülerinnen und Schüler Grundkompetenzen, die in keinem Bildungsplan geschrieben waren.
Lesenächte wurden in der Schule verbracht, der jährliche Vorlesewettbewerb vorbereitet, Lesetagebücher wurden geführt, Literatur als Lebens- und Orientierungshilfe eingesetzt. Mit der Freude am Lesen öffnet sich der persönliche Horizont, werden Gedanken bewegt, die die Schülerinnen und Schüler sonst nicht hätten. Daran arbeitete Frau Seeger kontinuierlich, nicht nachlassend, sondern nachhaltig. Mit LITFASS machte sie der Schule ein Geschenk, das uns jahrelang sehr interessante, prägende Autorenlesungen bescherte.
Frau Seeger war uns immer eine fachkompetente, engagierte Kollegin mit Herz. Sie gab schulischen Veranstaltungen durch ihren persönlichen Einsatz Farbe und Glanz. Sie wird uns sehr fehlen, aber wir werden ihre herzliche Art, ihre hohe fachliche Kompetenz und ihr großes Engagement für unsere Schule - im Alltag und bei besonderen Gelegenheiten wie Schulfesten, Aufführungen und außerunterrichtlichen Veranstaltungen - in allerbester Erinnerung behalten.
Frau Seeger wünschen wir, dass sie die neu gewonnene Muße für sich und ihre Familie bei bester Gesundheit nutzen kann, dass sie nun auch genügend Zeit für ihre ganz persönlichen Interessen hat und dass die anbrechende Lebensstufe ihr all das schenkt, was sie erfreut und erfüllt.
K. Grafen
