Stadtverwaltung und Schulleitung stellten im Oktober 2008 den Antrag, die Ganztagesschule der offenen Form im nächsten Schuljahr in der Klassenstufe 2 weiterzuführen und für die Klassenstufen 5 und 6 auszubauen.
Die Idee der Ganztagesschule lebt davon, dass zwischen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften eine Lebens- und Lerngemeinschaft entsteht, die über den ganzen Tag hinweg trägt. So sollte ein intensives Miteinander entstehen, das Fördern und Fordern in ganzheitlicher Sicht ermöglicht und damit - angesichts der nun einmal gestellten Ansprüche - eine Steigerung des Leistens und Lernens erlaubt. Gemeinsam gelebte Zeit ist bestimmt von anregenden und bereichernden Personen, von Aktivität und Entspannung, von einer angenehmen Umgebung, von produktiven Lernmöglichkeiten, von der Zeit füreinander und einer konstruktiven Zusammenarbeit.
Die Kommune, das Lehrerkollegium, der Elternbeirat und seine Vorsitzende, Frau Landenberger, sehen die Chancen, die in der Ganztagesschule liegen, und sind sich weiterhin einig, dass die Ganztagesschule der offenen Form in Waldenbuch umgesetzt wird.
Für die Einrichtung von Ganztagesschulen - gleich welcher Form - gibt es im Land Baden-Württemberg feste Vorgaben. In unserem Bewilligungserlass vom 25.4.2008, Seite 2 Punkt 4 findet sich folgende für die Unterrichtsgestaltung relevante Passage:
"Die neue Rhythmisierung des Unterrichts ist ein zentrales Element der Ganztagesschule in offener Angebotsform und sieht eine Neuverteilung der Unterrichtsstunden einschließlich der längeren Pausen auf den Vor- und Nachmittag vor. Dabei sollen an Grundschulen nicht mehr als vier Unterrichtsstunden am Vormittag stattfinden. Mindestens eine Vormittagspause täglich soll eine Bewegungspause sein. Die Rhythmisierung gilt für die ganze Schule."
Setzt man die 4 Unterrichtsstunden pro Vormittag um, ergibt sich, dass für alle Klassen der Grundschule Nachmittagsunterricht wie folgt eingerichtet werden muss:
Die Tabelle zeigt, dass in den Klassen 1 und 2 ein Unterrichtsnachmittag, in den Klassen 3 und 4 maximal zwei Unterrichtsnachmittage für den Pflichtunterricht benötigt werden.
Am 2.12.2008 wurden die Klassenpflegschaftsvorsitzenden der gesamten Grundschule zu einem Informationsgespräch eingeladen. Eltern, die Sorge hatten, dass ihre Kinder zu viele Nachmittage in der Schule verbringen müssten, brachten ihre Bedenken vor. Sie stellten folgende Anträge:
1. Die Schulleitung soll prüfen, ob der Nachmittagsunterricht in Klasse 3 und 4 auf einen Nachmittag reduziert werden kann.
2. Sollte dies nicht möglich sein, halten die Eltern eine betreute Mittagspause einschließlich Mittagessen und einer Hausaufgabenbetreuung bis Unterrichtsbeginn auch für die Kinder für notwendig, die nicht am Ganztagesschulbetrieb teilnehmen. Den Eltern war bewusst, dass eine solche Mittagspausenbetreuung nur auf eigene Kosten erfolgen kann.
Kernzeitenbetreuung
Die anwesenden Eltern wünschen eine Verschiebung des Buchungstermins für die "Kernzeitenbetreuung" bis nach Bekanntgabe des Stundenplans im September.
Im Dialog mit allen, die an der Ganztagesschule beteiligt und/oder von dem Modell betroffen sind, sollte es uns gelingen, die Ganztagesschule so zu organisieren, dass sie akzeptiert werden kann.
K. Grafen
