Der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) lud am 11.01.2013 zu einem Schülerkongress in die Landeshauptstadt ein. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Stadt Stuttgart, dem Land Baden-Württemberg, dem Landesschülerrat, dem Landesarbeitskreis Schule für eine Welt und dem Entwicklungspädagogischen Informationszentrum EPIZ - Reutlingen, statt. Der Einladung folgten 23 Schulen und rund 450 Schülerinnen und Schüler aus ganz Baden-Württemberg. Unsere Mensch- und Umweltgruppen der Klassen 9 der Realschule nahmen ebenfalls mit großer Begeisterung teil. Schon seit Längerem fließen die Themen Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein in die Unterrichtseinheiten ein. Die Zubereitung von "Bio-Regio" Mahlzeiten und die Umweltproblematiken z.B. in der Textilherstellung sind für die Schülerinnen und Schüler schon bekannte Terrains. Auch das faire und verantwortungsbewusste Mit- und Nebeneinander wurde thematisiert. Jetzt hatten unsere Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit globale Zusammenhänge kennenzulernen. In 31 Workshops wurden Themen angesprochen, Neugierde geweckt und Erkenntnisse gefördert. Bei einem konsumkritischen Spaziergang durch die Stadt konnte man das eigenen Verhalten reflektieren, man konnte erfahren was "Fair-Trade" wirklich ist, der Freundeskreis Afrika informierte über Mango-Aktionen, Brot für die Welt bot an sich über "Es ist genug für uns alle da" Gedanken zu machen, man konnte sich über das Erwachsenwerden in anderen Ländern informieren und ein Weltspiel spielen. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten, die uns an diesem Tag geboten wurden. Damit der Magen nicht knurrte wurden wir vom Werkhof der Michael-Bauer-Schule biologisch bekocht und zur Verdauung konnten wir ein Tänzchen zu den Klängen der Band "Diversite" wagen. Wir alle waren von der Atmosphäre angetan. Das ganze Rathaus war in der Hand von Schülern, die den Ausruf "Es geht um unsere Zukunft" des Landesschülerbeirats beherzigten und sich richtig ins Zeug legten. Ein weiteres Zitat eines Botschafters von "Plant for the Planet" ist uns alle noch in Erinnerung "Früher wollten wir Eisbären retten, nun ist der Mensch genauso bedroht". Er stellte die Bedeutung des Klimawandels in einem eindrucksvollen Vortrag dar. Auch sagte er zum Abschluss "Die Zukunft der Erwachsenen ist in 20 Jahren, unsere in 50. Wir müssen jetzt handeln". Ein Vertreter der Stadt Stuttgart ermutigte die Kinder und Jugendliche neugierig zu bleiben und weiterhin Dinge und Vorkommnisse zu hinterfragen. Er erwähnte auch, dass Baden-Württemberg den höchsten Migrantenanteil habe. Er sagte: "Die ganze Welt lebt in Stuttgart". Dies ist auch eine Chance, dadurch könnten Kinder interkulturelle Kompetenzen erwerben. An die Schülerinnen und Schüler gewandt erklärte er: "Lerne, von anderen zu lernen". Sabine Aichholz überbrachte Grußworte aus dem Kultusministerium. Ein Leitziel der neuen Bildungsplanreform sei es, nachhaltige Entwicklung und globales Lernen in den Schulen zu verankern. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen verantwortungsbewusste Weltbürger werden. Am Ende des Tages fand auf dem Marktplatz ein "Flash-mob" statt. Alle Teilnehmer setzten sich zunächst still auf den Boden, standen dann auf und bewegten sich im gleichen Rhythmus zu einem Kreis hin. Es wurde das Miteinander und die globale Idee visualisiert. Die Jugendlichen haben Aufmerksamkeit erregt, vielleicht haben sie dadurch manchen Passanten zum Nachdenken angeregt. Wir nahmen viele gute Gedanken und jede Menge Anregungen mit nach Waldenbuch. Eine Schülerin meinte: "Das war so cool, das werde ich nie vergessen. Es ist so wichtig für uns, diese ganzen Dinge zu erfahren und zu verstehen. Ich werde mich weiter informieren!" Wir bleiben also neugierig und öffnen unsere Augen für eine zukunftsfähige Welt - tun Sie es auch!
