Kinder im Internet - Gefahren, die keiner kennt

Vortrag organisiert durch den Förderverein

Die häufige Unkenntnis der Eltern und Lehrer/innen darüber, was die Kinder im Internet machen, welchen Risiken sie im Netz ausgesetzt sind, stellt eine große Gefahr dar und öffnet Tür und Tor für Missbrauch. Nur wer die Gefahren kennt, kann Kinder und Jugendliche schützen und für sie ein kompetenter Ansprechpartner sein. Der Förderverein unserer Schule hatte diese Gefahr erkannt und organisierte für Eltern und Interessierte den Informationsabend am 7.11.2006.

Chaträume sind Treffpunkte im Internet, die neue Kontakte ermöglichen und /oder den Austausch mit anderen, zum Beispiel Themen wie Reiten, Freundschaftsbändchen, Fernsehserien, etc. Chatten ist unter Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Leider treiben sich dort aber auch zwielichtige Personen herum, die gezielt Jungen und Mädchen ansprechen. Sehr verbreitet ist die verbale sexuelle Belästigung im Chat, siehe "Missbrauch im Chat" auf <link http: www.zartbitter.de>www.zartbitter.de oder <link http: www.kindersindtabu.de>www.kindersindtabu.de.


Die Kontaktaufnahme mit Kindern und Jugendlichen wird vor allem dadurch erleichtert, dass diese sich oft unbeaufsichtigt im Netz bewegen, dass es spezielle Chat-räume gibt, die fast ausschließlich von Mädchen und Jungen besucht werden, und dass es ganz einfach ist, diese Kinder als fremde Personen anzusprechen. Im realen Leben ist allein durch die unterschiedliche Körpergröße eine gewisse Distanz zwischen Kindern und Erwachsenen gegeben. Im Internet sind alle gleich - Grenzen und Unterschiede zwischen Generationen, Großen und Kleinen, Dicken und Dünnen verschwimmen. Jeder duzt jeden, alle scheinen auf der gleichen Ebene zu sein und jede/r kann sich ihr/sein eigenes Profil zurechtbasteln. So lassen sich sehr leicht Vertrauensverhältnisse aufbauen, die dann immer stärker sexualisiert werden können. Die Grenzen verschwimmen und der Übergriff wird vorbereitet. Täter/innen verwickeln die Kinder in Gespräche über sexuelle Erfahrungen oder erzählen über ihre Sexualpraktiken und Missbrauchspraktiken.

Die sogenannten Bungee-Täter legen keinen Wert auf Vertrauensaufbau, sondern gehen direkt auf ihr Opfer zu. Sie übertragen beispielsweise anstößige Handlungen mit einer digitalen Kamera auf den Bildschirm und genießen es, wenn ihre "Zuschauer" schockiert sind. Diese schnelle und harte Variante gibt den (oft auch jugendlichen) Täter/innen einen Kick - wie beim Bungeejumping.

Nicht alle Täter geben sich mit dem Kontakt in der virtuellen Welt zufrieden. Sie suchen den persönlichen Kontakt, setzen Mädchen und Jungen unter Druck, terrorisieren sie mit einem Ziel: ein Treffen in der realen Welt.

Um diesem Thema gerecht zu werden, ist eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit notwendig. Das hat unser Förderverein vorbildlich geleistet. Frau Wibke Senken in Vertretung für Frau Schöning stellte den genannten Sachverhalt ausführlich dar. Herr Kunz von der 5. Bereitschaftspolizeiabteilung Böblingen berichtete von den Angeboten des Präventionsprojekts "Kids-online" im Kreis.

In den Familien kann den Übergriffen vorgebeugt werden, indem

  • die Kinder rechtzeitig sexuell aufgeklärt werden.

  • Eltern und Kinder gemeinsam im Internet surfen.

  • Väter und Mütter die Chatrooms und die Passwörter für den Zugang derselben kennen.

  • die Chat-Zeiten der Kinder und Jugendlichen vernünftig eingeschränkt werden.

  • Kinder und Jugendliche auf die Gefahren im Chat vorbereitet werden.

Hilfe erhalten Sie bei Thamar in Böblingen, Tel. 07031/22 20 66.

Wir bedanken uns sehr herzlich für die ausgezeichnete Präventionsarbeit des Fördervereins.