Krimi an der OSS -

denn Schönheit geht über Leichen !

In der langen, bewegten Theater- und Musicalgeschichte der Schule gab's ja bekanntlich schon Vieles, auch Detektivarbeit musste hier schon geleistet werden. Was jedoch am 13. und 14. Mai bei uns in Forum und Bühnenforest abgeht, ist wirklich "Tatort" pur! Nicht nur sind die sieben Zwerge plötzlich nicht mehr auffindbar, nein, auch die Dornröschenspindel und die Golddukaten des Goldesels sind verschwunden und  hinterm Knusperhäuschen liegt eine Tote. Auch sonst  scheint sich der einstmals so beschauliche grimmsche Märchenwald in einen eher grimmigen  Holly-Wood  verwandelt zu haben, mit geschäftstüchtigem Froschkönig, oberfiesem Rumpelstilzchen,  publicity süchtiger Frau Holle und einem Kater, der sich gerne den Titel " Forest's next Top Model" "erstiefeln" würde, hier aber leider auf Konkurrenz stößt. Mit im Rennen sind auch das so beliebte Schneewittchen und deren Stiefmutter, und die kennt bekanntlich nichts und geht auch gerne mal über Leichen! Eine solche Mischung kann einfach nicht gut gehen, zumal auch das Hexenhäuschen zur Auswanderzentrale mutierte und schon lange keine Hexe mehr beherbergt, Prinzessinnen trotz  Goldkugelangeboten keine Prinzen mehr finden und der Rest der "brummeligen" Waldbewohner statt  ihrer jeweiligen Märchenrolle gerecht zu werden  nur noch "vor der Glotze" hockt. In einem derartigen Szenario bleiben Kinder wie der ängstliche Hänsel mit seinem Kuscheltier Schnuffi natürlich auf der Strecke, zumal er neben seiner neunmalklugen Gretel nur wenige Chancen hat und außerdem noch ständig  Hunger.  Ausgerechnet er entdeckt die "Leiche".  Der Krimi ist komplett, und der Wald steht Kopf! Natürlich ist die anscheinend Tote das schöne Schneewittchen, und während sie sich bereits anschickt, ins Nirwana zu wechseln, üben Kater und Stiefmutter noch mal schnell eine Runde "woodcatwalking", denn schließlich: The show must go on! Etwas aus dem Genre gefallen erscheint plötzlich Sherlock Holmes, diesmal ohne Watson. In Nullkommanichts hat er den Fall gelöst und den Täter identifiziert. Natürlich ist es der Gärtner, pardon der Wolf! Der aber wird seiner Märchenrolle ebenfalls nicht gerecht, denn er ist Vegetarier und verspeist lieber Blaubeerpfannkuchen als Großmütter! Körperliche Gewalt ist ganz und gar nicht sein Ding und schon deshalb scheidet er als Täter eigentlich aus. Leider geht ein derartiger Perspektivwechsel über Sherlocks Vorstellungskraft - und die Handschellen klicken. Sollen  also nicht nur das liebliche Schneewittchen, sondern auch der ebenso liebe Wolf gerettet werden, müssen sich andere an die Arbeit machen, ein typischer Fall für Zwei, nämlich  für  Hänsel und Gretel! Zum Glück gelingt es ihnen, die vergiftete Lakritzschnecke zu entfernen und Schneewittchen wieder konkurrenzfähig zu machen. Schnell lösen sie auch alle anderen rätselhaften Vorfälle und gewinnen dadurch nicht nur die Gunst des Wolfes, sondern auch die aller Zuschauer! Und so endet auch dieses Märchen mit happy end und the winner is: Schneewittchen! Sie findet ihre Öko-Zwerge wieder und wird illustrer Star der Modewelt und  der Froschkönig  landet wie auch das Rumpelstilzchen zunächst hinter Gittern, danach aber als Ehemann einer Prinzessin in einer kleinen, aber feinen Eisdiele. Und wenn sie nicht gestorben sind, ....

Sich eine derart märchenhafte Geschichte auszudenken, dazu gehört schon etwas! Sie aber mit einer Ganztagesgruppe so einzustudieren, dass jeder Spieler nicht nur seine Rolle beherrscht, sondern gleich in mehreren glänzen kann, das bedarf einer  so engagierten Lehrkraft wie Frau Frohnmeyer. Und so belohnte in allen drei Aufführungen der Beifall des begeisterten Publikums nicht nur die tolle Leistung der wahrlich  großartigen Spielerinnen und Spieler, sondern auch die ihrer Lehrerin. Ihnen allen ein ganz herzliches Dankeschön! Ein eben solches geht an zwei  weitere Ganztagesgruppen, die unter Leitung von Frau Klinger und Herrn Herr für märchenhafte Bühnengestaltung und fabelhafte Technik sorgten sowie an  Frau Gomes und Herrn Kirschner, die, umsichtig und kompetent, immer dann zur Stelle waren, wenn sie gebraucht wurden.