Geschichte
Nachdem die langjährigen Bemühungen, eine englische Partnerschule zu finden, gescheitert waren, überlegte man sich, ob es eine Moeglichkeit gäbe, den Schülern unserer Schule ein England-Erlebnis zu vermitteln, damit sie ihre in langen Jahren erworbenen Englischkenntnisse praktisch anwenden und etwas verbessern koennten. Zudem sollte den Schülerinnen und Schülern, die nicht am Schüleraustausch mit Frankreich teilnehmen, eine Moeglichkeit geboten werden, ihre Fremdsprache im Land selbst anzuwenden.
Die erste Fahrt
So kam es im Juni 1986 zu der ersten London-Fahrt, an der 11 Schülerinnen und Schüler der damaligen Klassen R 9a und R 9b teilnahmen. Noch fehlte es am entsprechenden Mut, sich auf ein unbekanntes Abenteuer - Sprache, Essen, Linksverkehr, fremde Familien etc. - einzulassen. Wer hätte gedacht, dass die 11 England-Fahrer so viel Begeisterung ausloesen und in den nachfolgenden 9. Klassen den Wunsch erwecken könnten, es ihnen gleich zu tun. Seit 1987 fahren jährlich die Klassenverbände fast geschlossen nach London; zu unserer großen Freude - seit 1988 - auch Schüler der Hauptschule. 1991, als wir auf Wunsch des Lehrerkollegiums die Fahrt in die 9. Klasse legen mussten, erreichten wir den absoluten Teilnehmerrekord. Wir fuhren mit 104 Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Klassen nach London.<---newpage--->
Der Aufenthalt
Eine Woche ist sehr kurz, aber unsere Schülerinnen und Schüler haben die Gelegenheit, sich in den Gastfamilien und beim Einkaufen in der englischen Sprache zu betätigen; nicht selten ist nach der Fahrt auch der Wunsch zu erkennen, die Kenntnisse in Englisch zu vertiefen, was sich positiv auf die schulische Leistung in diesem Fach auswirkt. Dadurch, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Familien untergebracht sind, können sie die englische Lebensart etwas kennen lernen und dabei feststellen, dass manchmal auch mehr Toleranz erforderlich ist. Natürlich ist es auch interessant in Begleitung der Lehrerinnen und Lehrer die Stadt London zu erkunden. Und wenn unsere Schülerinnen und Schüler Verständnis für ein anderes Volk und die Gepflogenheiten des Landes entwickeln, so haben wir sehr viel erreicht.
Wir freuen uns über die große Resonanz, die die London-Fahrt in der Schüler- und Elternschaft hervorruft. Und wir wünschen uns sehr, diese Fahrt auch in den nächsten Jahren durchführen zu können, denn in einem vereinten Europa sind Begegnungen mit Menschen eines Mitgliedslandes sehr kostbar, sie sind beim Spracherwerb von großem Nutzen und fördern die Toleranz und das Verständnis für andere Lebensgewohnheiten.<---newpage--->
PS
Allerdings gibt es immer wieder Probleme, wenn man an das Essen und die Unterkunft in englischen Familien denkt: Die Schülerinnen und Schüler sind nicht so ohne weiteres davon zu überzeugen, dass der Shakespeare'sche Spruch "When in Rome do as the Romans do" auch auf die englische Küche und die Gastfamilien angewandt werden sollte - "When in England eat/live as the English do". Etwas mehr praktizierte Toleranz wäre hin und wieder angebracht.
