Es ist klar - die Tendenz geht zur früheren Einschulung! Aufgeschreckt durch Pisa, angesteckt von anderen europäischen und außereuropäischen Ländern und ermuntert durch neuere wis-senschaftliche Studien über bestimmte "Zeitfenster" für die Entwicklung besonderer Fähig-keiten und Kompetenzen werden Schulen, Kindergärten und Eltern heutzutage dazu ermutigt, die Kinder so früh wie möglich einzuschulen.
Obwohl durch intensive Frühförderung im häuslichen, aber auch im Kindergartenbereich heute viele Kinder wirklich früher zur Schulrei-fe gelangen als noch vor einigen Jahren, kann auch im Jahre 2007 ein Kind nur dann einge-schult werden, wenn es u. a. folgendes kann:
- bei einem Auftrag verweilen und Ausdauer zei-gen,
- konzentriert bei einer Sache bleiben und zielorientiert arbeiten,
- sich an Regeln halten, sich Gelerntes merken,
- sich drei aufeinander folgende Aufträge merken und sie ausführen
kurz, wenn es "in seinem persönlichen Rucksack" alle die Dinge hat, die es braucht, um aus der überschaubaren Welt des Kindergartens in die manchmal etwas verwirrende der Schule wechseln zu können.
Mehr denn je müssen deshalb Kindergarten und Schule zusammenarbei-ten, um alle Kinder nach ihren Möglichkeiten zu fördern, um frühzeitig notwendigen Förder-bedarf zu erkennen und ihn ggf. auch einzuleiten, um den richtigen Zeitpunkt des Wechsels von einem Lernort zum anderen zu bestimmen und um diesen möglichst reibungslos zu ges-talten.
Das Herzstück dieser Kooperation ist die vertrauensvolle Begegnung und Zusammen-arbeit zwischen den Erzieherinnen der Kindergärten und den Lehrerkollegien der Grundschu-len. In Waldenbuch verständigen wir uns in gemeinsamen Veranstaltungen regelmäßig über unsere pädagogischen Konzepte und unsere konkrete inhaltliche Arbeit. Bei Besuchen in den 7 Kindergärten der Stadt überzeugen sich Frau Ahle, Frau Schneider, Frau Weller-Fritz und Frau Wolf-Löffler, unsere Kooperationslehrerinnen, vom Entwicklungsstand der zur Ein-schulung anstehenden bzw. durch die Eltern angemeldeten Kinder. In vielen Gesprächen mit den Erzieherinnen und manchen mit den Eltern gewinnen sie weitere Einblicke und entschei-den dann, gemeinsam mit den Erzieherinnen, darüber, ob Kinder bei der Schulanmeldung der Schulärztin vorgestellt werden oder nicht. Letzteres ist nur dann der Fall, wenn sie, die Erzie-herinnen oder aber die Eltern gerne noch eine weitere Meinung einholen wollen. Die wertvol-len Informationen aus Kindergarten und Kooperation helfen der Schulärztin zusammen mit der Schule den richtigen Lernort für das Kind zu finden; bei weiterhin bestehenden Zweifeln kann kurz vor den Sommerferien auch noch ein Schulreifetest eingesetzt werden. Im alljährli-chen Austausch der Erstklasslehrerinnen mit den ehemaligen Erzieherinnen ihrer Schülerin-nen und Schüler kommen vorjährige Entscheidungen auf den Prüfstand, wird gemeinsam nach weiteren Wegen und Möglichkeiten gesucht, Kindergarten und Schule inhaltlich noch enger miteinander zu verknüpfen. Kindergarten und Schule - eine Bildungspartnerschaft, die gemeinsam mit den Eltern versucht, allen Kindern das angedeihen zu lassen, was diese drin-gend brauchen: so viel ungehindertes Wachsen wie möglich und so viel gezielte Förderung wie nötig.
