Von Würzburg aus laufen wir nun ein paar Kilometer nach Osten ins Maintal. Obwohl der Main, mit 524 Kilometern einer der längsten Nebenflüsse des Rheins, sehr viele Schlingen macht, laufen wir trotzdem am Fluss entlang weil es dort ebener ist als in den Ausläufern der Mittelgebirge Rhön und Thüringer Wald. Der Thüringer Wald gehört mit dem Großen Beerberg (982 Meter) als höchsten Berg zu den Mittelgebirgen, seine Gesteine sind u. a. Porphyre, Konglomerate und Granite. Zu den wichtigsten der zahlreichen Bodenschätze gehören Eisenerz, Kupfer, Cobalt und Blei.
Die Universitätsstadt Bamberg ist eine alte fränkische Kaiser- und Bischofsstadt. Wir verweilen dort ein wenig und laufen dann weiter nach Norden in Richtung Coburg an der Grenzlinie zwischen Thüringer Wald und Frankenwald, eine weite, wellige Hochfläche mit mäßigen Erhebungen und vielen Tälern. Die durchschnittliche Höhe von 600 Metern wird nur vereinzelt von Gipfeln überragt. Wir überqueren dabei die ehemalige Zonengrenze mit dem "Todesstreifen", der auch heute noch sichtbar ist.
Bei Saalfeld treffen wir auf die Saale und laufen ihr entlang nach Jena, unserem heutigen Etappenziel. Inzwischen haben wir etwa 300 km zurückgelegt und haben somit bald Halbzeit.
Jena ist eine kreisfreie Stadt in Thüringen, in einem Talkessel der mittleren Saale. Die Stadt ist bekannt durch die von Carl Zeiss gegründeten optischen Werkstätten. Das 1846 gegründete Optik- und Feinmechanikunternehmen mit Weltruf wurde 1991 in mehrere Nachfolgeunternehmen (u. a. Jenoptik) aufgegliedert. Neben feinmechanisch-optischen Produkten werden in der Stadt Glaswaren sowie chemische und pharmazeutische Erzeugnisse hergestellt. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands haben die Industriebetriebe der Stadt aber stark an Bedeutung verloren. Derzeit findet dort, wie bei uns zuhause, der traditionlle Weihnachtsmarkt statt.
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